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Erst Enttäuschung, dann Triumph- Schlitte holt Silber in Kroatien

Erst Enttäuschung, dann Triumph- Schlitte holt Silber in Kroatien

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Erfolg und Niederlage liegen im Sport wahrlich eng bei einander. Diese Erfahrung musste der Bebertaler Matthias Schlitte in der letzten Woche machen. Für den 28-Jährigen standen in den letzten Tagen die wichtigsten Turniere des Frühjahrs an. Nachdem der 28-Jährige bei den internationalen Turnieren in Holland und Belgien im Februar und März triumphiert hatte und selbst im ungeliebten 6-Runden Format dem Hanauer Weltmeister Kevin Berberich auf der FIBO in Köln vor Tausenden von Zuschauern ein Unentschieden abgetrotzt hatte, ging es nun um die Deutsche Meisterschaft. In Heilbronn startete der Bebertaler einmal mehr in der höheren Gewichtsklasse bis 80kg, um sich die nötige Wettkampfhärte für die bevorstehende EM zu holen.
In Wettkampfbesiegte Schlitte in der Vorrunde zunächst den Nürnberger Valentin Eichwald, Dimitar Yankov vom Club Bavarian Grizzlies und den Hanauer Champion Alexander Kling. In der voll besetzten Gewichtsklasse tummelten sich mehrere deutsche und intenationale Champions, sodass selbst die Vorrunde eine schwierige Hürde darstellte. Das Leichtgewicht aus Sachsen-Anhalt meisterte diese, schließlich wollte er das Duell gegen den Hanauer Kevin Berberich im Finale. Doch dazu kam es nicht, im Halbfinale musste Matthias gegen den mehrfachen Meister Janus Smolarczyk antreten. Es entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe, den Schlitte schlussendlich nach Fouls verlor. „Für mich war das Urteil nicht gerecht. Aber Armwrestling ist ein so schneller Sport, da können selbst erfahrene Schiedsrichter mal einen Fehler machen.“, zeigte sich Schlitte enttäuscht. So blieb „nur“ Bronze, während Berberich Gold holte. Während des Turniers wurde Schlitte von einem TV-Team der Sendung Stern TV begleitet, die demnächst einen Beitrag über die Wettkämpfe ausstrahlen wird.

Bereits eine Woche nach der Meisterschaft ging es nach einer minimalen Verschnaufpause nach Kroatien. Der kroatische Verband trug zum zweiten Mal in der Hauptstadt Zagreb die Profi-WM „Sokol Maric“ aus. Über 120 Sportler aus 20 Nationen waren auf den Balkan gekommen, um die professionellen Weltmeister dieses jungen Formats zu küren. Matthias Schlitte kämpfte als einziger Deutscher in der angestammten Gewichtsklasse bis 70kg. Auf einer eigens aufgebauten Bühne mit Live-Übertragung auf mehren Leinwänden im Zentrum ging es dann auf dem berühmten Blumenplatz im Herzen von Zagreb um Edelmetall. Schlittes Klasse strotzte vor Welt- und Europameistern, die vornehmlich aus Osteuropa den Weg auf den Balkan gefunden hatten. Doch der Deutsche, der bei seiner ersten Profi-WM im Jahr 2013 in Warschau Silber geholt hatte, wollte die Schmach der Deutschen Meisterschaft wettmachen und um Edelmetall kämpfen. Mit einer Portion Wut im Bauch ließ Schlitte der Konkurrenz aus der Slowakei, Serbien und Bosnien keine Chance und zog ins Halbfinale ein. Hier wartete schon der mehrfache Welt- und Europameister Drazen Kogl aus Kroatien auf ihn. Nun hatte es Schlitte doppelt schwer, da das kroatische Publikum ihren Landsmann frenetisch anfeuerte. Doch Schlitte ließ sich nicht beeindrucken ,besiegte den Lokalmatador souverän und zog in den Endkampf ein. Hristo Delidzhakov aus Bulgarien galt es nun im Finale zu besiegen. Doch die anstrengende Vorrunde hatte Kraft gekostet und der Deutsche konnte sich nach den Strapazen der letzten Woche nicht mehr erfolgreich gegen den Bulgaren wehren. Somit holte Delidzhakov Gold und Matthias Schlitte erkämpfte Silber. „Der Sieg für Hristo geht in Ordnung, ich wollte gegen ihn eine andere Technik versuchen, doch am Ende hat einfach die Power gefehlt. Über den Vizetitel bin ich jedoch sehr glücklich“, so der Bebertaler.

Schlitte befindet sich bereits wieder im Training, schließlich geht es am 01.06.2015 nach Sofia/ Bulgarien zur Europameisterschaft. Dort will Schlitte in die Top 5, schielt aber nach dieser Leistung auch auf das begehrte Podest. Vielleicht kommt es dann auch wieder zum Duell mit Delidzhakov, der stammt nämlich aus Sofia, und mit Lokalmatadoren hat der Bebertaler bereits in Zagreb gute Erfahrungen gemacht.

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